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Gelenkschmerzen durch Stillen

Öfter beschreiben Frauen, dass sie in der Stillzeit unter Schmerzen in den Gelenken leiden und vermuten Rheuma zu haben. Manche sprechen sogar von 'Still-Rheuma'. Es gibt tatsächlich eine Rheumaform, die 'Morbus-Still' heißt, diese hat aber nichts mit dem Stillen zu tun, sondern tritt im Erwachsenenalter bei Männern und Frauen gleichermaßen auf, ist selten und du kannst hier mehr dazu lesen: www.rheuma-liga.de

 

Der Einfluss des Stillens auf die Entwicklung und das Fortschreiten der rheumatoiden Arthritis (RA) war Gegenstand mehrerer Studien. Frühere Beobachtungen wiesen auf ein erhöhtes Risiko für RA hin, die sich postpartum entwickeln kann, insbesondere nach der ersten Schwangerschaft. Laut Karlson et. al. scheint hingegen das Risiko an RA zu erkranken, mit der Länge der Stillzeit abzunehmen und die längere Stillzeit scheint ein Schutz davor zu sein. Nach der Geburt kann es aber zu einem 'Aufflackern' der Erkrankung zu kommen und so sollten notwendige Medikamente sorgfältig gewählt werden. Informationen hierzu über www.embryotox.de

 

Die Prolaktinspiegel sind während der Schwangerschaft bei Frauen mit systemischem Lupus Erythematosus (LE), RA, Arthrose, Fibromylagie und Polymyalgie stark erhöht. Eine Dysregulation der Hypophysenreaktion wird als Grund diskutiert. An der Rolle von Prolaktin bei anderen Autoimmunerkrankungen wird noch geforscht, aber es wird ein enger Zusammenhang zum neuroendokrinen System und dem Immunsystem vermutet. Karlson et al vermuten, dass Frauen, die länger als 24 Monate stillen ihr Risiko an RA zu erkranken um 50% reduzieren. (Lawrence+Lawrence, 'Breastfeeding', 8. Auflage).

 

Natürlich ist es immer sinnvoll Schmerzen bei einem Arzt abklären zu lassen, um herauszufinden, um was es sich genau handelt. Rheuma tritt in zahlreichen Formen auf, es werden bis zu 400 verschiedene Unterarten beschrieben. Auch wenn man während der Schwangerschaft an Rheuma erkranken kann, fallen die Symptome oft erst in der Stillzeit auf. Die Gelenkschmerzen, die stillende Frauen beschreiben, rühren nicht zwangsläufig von einer rheumatischen Erkrankung her.

 

Es wird eine genetisch beeinflusste Autoimmunreaktion vermutet, die sich bereits in der Schwangerschaft zeigen kann und nach der Geburt oder der Stillzeit wieder zurückgeht. Ursache können hormonelle Gründe sein, genauso wie Stress oder Schlafmangel, alles Dinge, die Stillende gut kennen. Was Betroffene, meist beschreiben, sind Symptome, wie Schmerzen insbesondere an Händen und Fingern, Fußgelenken oder Knien, vor allem morgens beim Aufstehen, oder nach längeren Ruhepausen.

 

Auch das Karpaltunnelsyndrom (Schmerzen durch Schwellung der Nerven im Handgelenk/Verengung) tritt in der Schwangerschaft und Stillzeit häufiger auf, verschwindet aber nach der Stillzeit zumeist. Mehr Informationen findest Du z.B. hier: Kellymom. Es wird vermutet, dass es durch einseitige Belastung ausgelöst wird und betrifft nicht nur stillende Frauen, sondern auch Frauen, die ihr Kind mit der Flasche füttern. Hier können konservative Behandlungsmethoden, wie das Tragen einer Schiene, gelenkschonende Bewegungen und Physiotherapie oder Ergotherapie helfen.

 

Gut vorstellbar ist es auch, dass durch unbequeme Schlafpositionen nachts Verspannungen entstehen, die evtl. durch eine Umgestaltung des Schlafplatzes verbessert werden könnten, zum Beispiel ein größeres Bett? 

 

Generell, und insbesondere bei Schmerzen, ist es wichtig, dass du es dir zum Stillen bequem machst und du ausreichend Pausen einplanst. Suche dir Personen, die dir Dinge abnehmen können! Lass dich unterstützen. Nehme dir ein gutes Kissen zum unterlegen und übe das Stillen im Liegen. Evtl. holst du dir Unterstützung von einer Still-und Laktationsberaterin IBCLC? 

 

Frage deinen Arzt, was die Ursache für deine Beschwerden ist, möglicherweise kann er die eine physiotherapeutische Behandlung verordnen, die dir etwas Linderung bringt, oder er hat Medikamente, die sich mit dem Stillen vereinbaren lassen.

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