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Arbeiten und Stillen?

Das (deutsche) Mutterschutzgesetz besagt, dass du als stillende Frau einen Anspruch auf Freistellung während deiner Arbeitszeit hast, für die Zeit, die du zum Stillen brauchst, mindestens jedoch zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde.

 

Wenn du mehr als 8 Stunden am Tag zusammenhängend arbeitest, dann ist eine Freistellung von mindestens 45 Minuten zweimal täglich oder eine Pause von mindestens 90 Minuten gesetzlich vorgesehen. Deine Arbeitszeit ist dann zusammenhängend, wenn sie nicht durch eine Ruhepause von mehr als zwei Stunden unterbrochen wird.

 

Es darf dir durch die Freistellung kein Entgeldausfall entstehen und du musst die  Freistellungszeiten weder vor- noch nacharbeiten. Sie dürfen auch nicht auf die Ruhepausen angerechnet werden. 

 

Dein Anspruch auf bezahlte Freistellung ist auf die ersten zwölf Monate begrenzt. Ab dem 1. Geburtstag deines Kindes hast du keinen Anspruch mehr darauf. 

 

Wenn du ohnehin vor dem ersten Geburtstag abstillst ist das kein Problem für dich, aber was ist, wenn dein Kind nur wenig Beikost isst? Oder die lange Pause deine Brüste 'übervoll' werden lässt? In diesen Fällen schafft das Gesetz eine unnötige Schwierigkeit, die vermeidbar gewesen wäre! Sicher lässt sich mit deinem Arbeitgeber eine Möglichkeit finden, auch über den ersten Geburtstag hinaus das Pumpen/Stillen am Arbeitsplatz zu ermöglichen, du bist in der Zwischenzeit wahrscheinlich auch geübter und brauchst weniger Zeit. 

 

Außerdem darfst du über die gesamte Stillzeit keine Tätigkeiten ausüben, die eine Gefährdung deiner physischen und psychischen Gesundheit darstellen kann, wie die Arbeit mit Gefahrstoffen, Biostoffen, physikalischen Einwirkungen und Tätigkeiten mit vorgeschriebenem Arbeitstempo (z.B. Akkord- und Fließbandarbeit) und du darfst nicht wegen des Stillens diskriminiert oder benachteiligt werden.

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