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Verursacht Stillen Karies?

Ob das Stillen ein erhöhtes Risiko für Karies darstellt, wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Verschiedene Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Der Unterschied zwischen dem Stillen und der Flaschennahrung besteht darin, dass die Muttermilch nicht die Zähne umspült, sondern, wenn ein Kind richtig angelegt ist, weit nach hinten im Rachen abgegeben wird.

 

Die Kinder, die gestillt werden, haben durch die Technik des Stillens, meist einen besseren Mundschluss, sodass die Zähne nicht durch die Atmung trocken werden und weniger leicht angegriffen werden können von Bakterien. Wenn ein Kind also häufig durch den offenen Mund atmet oder schläft, ist das ein Grund genauer hinzusehen, was dafür die Ursache sein könnte (niedriger Tonus, zu kurzes Zungen/Lippenband, vergrößerte Mandeln...)

 

Der in der Muttermilch enthaltene Zucker, die Laktose, wird erst im Magen-Darm-Trakt in Glucose und Galactose aufgespalten, die im Mund den Nährboden für Bakterien bilden würden. Außerdem enthält Muttermilch zahlreiche Komponenten, die das Wachstum von Bakterien bekämpfen (Enzyme, Immunglobuline, lebende Zellen, Laktoferrin um nur einige zu nennen).

 

Für Babys, ohne Zähne, die ausschließlich gestillt werden, besteht keine erhöhte Gefahr Karies zu entwickeln. Das Bakterium, das Karies verursacht, ernährt sich von einfachen Zuckern die z.b. in Lebensmitteln oder zuckerhaltigen Getränken enthalten sind. Dadurch bilden sich Säuren die den Zahnschmelz zerstören können. 

 

Daher ist es wichtig und sinnvoll, sobald die ersten Zähnchen des Babys durchgebrochen sind mit dem täglichen Zähneputzen zu beginnen. Da der Milchzahnschmelz noch nicht so reif ist, ist das besonders wichtig. Kinder könnnen bis zum 3. Lebensjahr ihre Zähne noch nicht selbst putzen und benötigen daher einen Erwachsenen, der das für sie übernimmt. Mit der Zeit können Kinder das Zähneputzen z. T. selbst übernehmen, in dem Maß wie ihre feinmotorischen Fähigkeiten zunehmen, auch im Grundschulalter sind die wenigsten Kinder dazu schon ganz eigenständig in der Lage.

 

Da das Bakterium, das Karies verursacht, vor allem auch bei Erwachsenen vorkommt, ist es nicht sinnvoll Schnuller oder Löffel abzulecken.

 

Grundsätzlich ist mit der Einführung der Beikost eine gute Mundhygiene erforderlich, und darauf zu achten, dass diese möglichst arm an Einfach- und Zweifachzuckern ist. Je weniger Zucker'impulse' am Tag, um so besser.

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