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Warum gibt es Stillberatung?

Was ist eigentlich passiert, dass es überhaupt Stillberatung gibt und, dass so viele Frauen sie dringend benötigen?

Die Generation, die jetzt Eltern wird, wurde oft nicht gestillt, weil auch noch in den 80ern, aber vorallem davor, das Stillen nicht empfohlen wurde. Man nahm an, es sei weniger gesund, als die Flasche zu geben. Wie falsch man damals lag, weiß man heute zwar, aber es hat sich noch nicht überall herum gesprochen.

 

Man hatte damals noch sehr alte Vorstellungen von Erziehung im Kopf (wer das vertiefen möchte liest mal: Sigrid Chamberlain, 'Adolf Hilter, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind' über Johanna Harrer), z. B. erschien es den Eltern damals angezeigt, Kinder abzuhärten und zu beherrschen. Mit diesen Ideen konfrontiert zum Teil auch heute noch die Großelterngeneration oder die nähere Verwandtschaft die frischgebackenen Eltern. Damals galt es als sinnvoll nach einem festen Plan zu füttern, Mutter und Kind zu trennen und das Baby nicht zu 'verweichlichen'. Großeltern, und manchmal auch Fachleute, müssen sich erst daran gewöhnen, dass sich neue pädagogische Ideen und auch ein neues Verständnis über den Säugling und Kleinkinder entwickelt haben. Sie wissen nicht selbstverständlich, wie man stillt, denn das Stillwissen, das Frauen an junge Frauen selbstverständlich weiter gegeben haben und es in anderen Kulturen auch noch tun, ist in unserer westeuropäischen Gesellschaft abhanden gekommen, da viele Frauen nicht gestillt haben und das Stillen nicht selbstvertändlich in allen med. Ausbildungen gelehrt wird.

 

Natürlich ist die Hebamme die erste Ansprechpartnerin zum Stillen und der Ernährung deines Babys. Dennoch können Stillberaterinnen helfen, wenn ihr bei Stillproblemen aller Art nicht weiter kommt. Es gibt ehrenamtliche Stillberatung, zum Beispiel bei der AfS oder der La Leche Liga und professionelle Stillberatung, durch Stillberaterinnen von DIAS oder EISL. Eine Stillberaterin mit höchster Qualifikation erkennst du an ihrem Titel IBCLC, den sie in einem weltweit anerkannten Examen erhält und um diesen zu behalten, alle 5 Jahre ihr Wissen erneut nachweisen muss. Eine Liste mit Beraterinnen findest du zum Beispiel im Stilllexikon oder beim BDL.

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