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Verändert sich die Sehstärke in der Schwangerschaft und Stillzeit?

Kann es sein, dass die Schwangerschaft und die Stillzeit auch Veränderungen um und an den Augen und der Sehschärfe verursachen?

Durch die Hormone in der Schwangerschaft kann sich die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändern. So kannst du vielleicht beobachten, dass deine Augen schneller austrocknen, gereizt sind oder brennen. Es ist daher sinnvoll, in der Schwangerschaft auf Kontaktlinsen zu verzichten oder Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit zu verwenden.

14 Prozent der Schwangeren stellen eine Veränderung der Brillenstärke fest, eine Kurzsichtigkeit kann sich um bis zu 1,5 Dioptrien verschlechtern. Da sich diese Veränderungen bei den meisten Frauen nach der Geburt wieder zurückbilden, lohnt sich der Kauf einer neuen Brille meist nicht.

Auch auf das Lasern solltest du aus diesem Grund zunächst verzichten bis sich, etwa ein Jahr nach der Geburt, bzw. nach der Stillzeit deine Sehstärke wieder stabilisiert hat.

Wenn sich deine Sehschärfe plötzlich oder mehrmals am Tag ändert, kann das ein Zeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes sein. Durch die Schwankungen im Blutzuckerspiegel kommt es zu Wassereinlagerungen in der Augenlinse. Wenn du diese Anzeichen bemerkst, solltest du unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Der Schwangerschaftsdiabetes ist ein Thema für deinen Frauenarzt/deine Frauenärztin und der Augenarzt kann abklären, wie und ob sich dein Augenhintergrund durch die Stoffwechselbedingungen durch den Diabetes verändert hat.  

Wenn hingegen schwarze Bereiche in deinem Blickfeld auftauchen oder Blitze vor den Augen, können das Anzeichen einer Präeklampsie sein. Dies ist eine Komplikation während der Schwangerschaft. Hier hast du unter anderem auch einen erhöhten Blutdruck. Bitte wende dich an deinen Gynäkologen/deine Gynäkologin.

Bei 90% der Schwangeren kommt es zu einer Zunahme der Hautpigmentierung (Chloasma 'mask of pregnancy') in der Gesichts-Haut, auf dem Nasenrücken und an den Lidern, abhängig von Hauttyp, genetischer Disposition und dem Aufenthalt im Sonnenlicht. Außerdem werden auch Schilddrüsenerkrankungen als Ursache vermutet.

Auch Einblutungen in die Bindehaut (Hyposphagma) sind harmlose Veränderungen, die in der Schwangerschaft und nach der Geburt bei 10% der Frauen auftreten.

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft auf idw und Ärzteblatt (Zugriff am 23.2.20)

 

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